RAK

Rheinisches Archiv für Künstlernachlässe

Das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe (RAK) ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts zur Bewahrung des kulturellen Erbes der bildenden Kunst. Gesammelt werden dokumentarische Vor- und Nachlässe von bildenden Künstlern, Fotografen, Architekten, Kunsthistorikern und Kunstsammlern. Die im Archiv befindlichen Unterlagen werden wissenschaftlich erschlossen, auf universitärer Ebene erforscht und auf Anfrage an Museen zu Ausstellungszwecken entliehen.

Der Forschungswert der an die Stiftung übergebenen Nachlassdokumente wird in hauseigenen Ausstellungen sichtbar und über die archiveigene Publikationsreihe „annoRAK – Mitteilungen aus dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe“ einer überregionalen Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Das RAK ist aktiv auf Vorstandsebene des Bundesverbands Künstlernachlässe. Es berät Künstler und Nachlasshalter bei Fragen zu dokumentarischen Unterlagen wie zu Werknachlässen.

Die fachgerechte Lagerung der Bestände erfolgt nach den aktuellen konservatorischen Standards der Bestandserhaltung unter Erfüllung der europäischen DIN Normen zur Lagerung und Verpackung von Papiererzeugnissen. Besondere Aufmerksamkeit richtet das RAK auf die Durchführung des IPM (Integriertes Schädlingsmanagement) nach DIN EN 16790 zum präventiven und langfristigen Schutz des im Archiv lagernden Kulturgutes.

Das Archiv wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und durch die Bundesstadt Bonn.

Beispiele von Archivalien

Gruppe mit Johanna Ey, Foto Brief von Paul Westheim an Ludwig E. Ronig, Foto Christo in seiner Wohnung, Foto Dietmar Schneider Ausstellungseinladung Bernd Damke, Foto

Sammlungsprofil

Als proaktives Sammlungsarchiv agiert das RAK Nordrhein-Westfalen weit mit besonderem Blick auf die rheinische Kunstszene. Ein Sammlungsfokus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt auf den Mitgliedern entwicklungsgeschichtlich interessanter Künstlergruppen und Kreise. Sammelstellen moderner Kunst waren z.B. der „Sonderbund“, die „Künstlergruppe Niederrhein“, der Kreis der „Kölner Progressiven“, die Gruppe „Das Junge Rheinland“ und seine Nachfolgeorganisationen „Rheingruppe“ und „Rheinische Sezession“, der sog. „Mutter Ey-Kreis“ wie der „Wupperkreis“. Nach 1945 die „Rheinische Künstler-Gemeinschaft Köln“, die „Neue Rheinische Sezession“, „Der Junge Westen“, der Westdeutsche Künstlerbund“ oder die „Gruppe 53“.

Mit der wieder gewonnenen künstlerischen Freiheit nach 1945 entwickelte sich das Rheinland zur Keimzelle der Moderne in der Bundesrepublik. Von der Nähe nach Paris, Brüssel und Amsterdam profitierte eine junge Generation von Künstlern, die sich dem Informel zuwandten bzw. nonfigurative Ansätze aus den Jahren vor der Machtergreifung wieder aufnahmen. Insbesondere Köln und Düsseldorf als Zentren der künstlerischen Ausbildung und des Kunsthandels ergaben vor dem Hintergrund der aufstrebenden Industrie der Rhein/Ruhr-Region die Voraussetzungen für eine Kunstszene mit internationaler Ausstrahlung. Der Erhalt, die Erforschung und die Vermittlung dieses reichen kulturellen Erbes von Nordrhein-Westfalen zählen zu den Aufgaben des Rheinischen Archivs für Künstlernachlässe.

Forschungsmaterial

Schriftliche Unterlagen:

Briefe, Postkarten, Telegramme, Tagebücher, Notizbücher, Taschenkalender, Manuskripte, Oeuvreverzeichnisse, Rechnungsbücher, Preislisten, Adresskarteien, Aktenvorgänge mit Käufern, Galerien und Museen, öffentlichen Auftraggebern, Herstellerfirmen, Restauratoren, etc.

Personenstandsunterlagen:

Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, Personalausweise, Reisepässe, Mitgliedsausweise, Abschlusszeugnisse, Anerkennungs- und Ehrenauszeichnungen

Druckerzeugnisse:

Einladungskarten, Plakate, Ausstellungskataloge, illustrierte Bücher und Ausstellungskritiken

Fotografien:

Werkdokumentation, Ausstellungsfotos, Atelierfotos, Porträtfotos der Bestandsbildner, ausgewählte Familienfotos, Fotos aus dem eigenen sozialen Umfeld mit Künstlerkollegen, Galeristen, Kunsthistorikern und Sammlern. Bei der Aufnahme von Fotografen ist die Annahme des fotografischen Gesamtwerks möglich.

Medien:

8 mm u. 16 mm Filme, Videobänder, Tonbänder, Schallplatten, CD’s, DVD’s, Festplatten und andere Datenträger

Künstlerische Arbeiten:

Ausgewählte Skizzen, Skizzenbücher, Entwurfkartons, Zeichnungen, Druckgrafiken, Bozetti, Entwurfsmodelle, etc.

Varia:

Ausgewählte Arbeitsutensilien und Gegenstände wie Pinsel, Paletten, Farben, Medaillen, Druckstöcke, etc.