14. September 2010, Rheinische Post

Künstlernachlässe - Segen oder Fluch

KLEVE (RP) Was tun, wenn es um die Zukunft von Kunstwerken geht, die eine geschichtliche Bedeutung haben? Wie bewahrt man die Einheit eines Oeuvres, wenn die Atelierräumung ansteht? Wie geht man verantwortungsvoll mit einem biographischen Nachlass unm? Wie lässt sich dauerhaft sicherstellen, dass Nachwelt und Forschung Zugang zu wichtigen Quellen und Werken erhalten?

Diesen für den Umgang mit unserer kulturellen Erinnerung zentralen Fragen widmet sich eine Vortragsveranstaltung im Museum Kurhaus Kleve am Samstag, 2. Oktober, 14-18 Uhr: „Künstlernachlässe - Segen oder Fluch?", die in Kooperation mit dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe, Bonn, organisiert wurde.

Drei Institutionen werden exemplarisch ihre Arbeit vorstellen und dabei die unterschiedlichen Aspekte des praktischen Umgangs mit künstlerischen Nachlässen in Museen, Archiven und Sammlungen beleuchten: das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe (RAK), das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds und das Museum Kurhaus Kleve selbst. Das RAK wird mit einer kleinen Präsentation seltener Archivalien Einblicke in seine Bestände geben.

Es werden sprechen: für das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe Daniel Schütz M. A., Archivleiter Dr. Hans M. Schmidt, ehem. Abteilungsdirektor am Rheinischen Landesmuseum Bonn Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Institut „Moderne im Rheinland") für das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Vorstand für das Museum Kurhaus Kleve Drs. Guido de Werd.

Das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe, Bonn, widmet sich der Betreuung, Erhaltung und Erschließung des biographischen Vermächtnisses rheinischer Künstler, d.h. von Dokumenten wie Briefen, Tagebüchern, Manuskripten, Photos, Zeichnungen, illustrierten Büchern, Zeugnissen etc. Das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds indes bewahrt auf dem Gelände des Landschaftsverbandes Rheinland in Pulheim-Brauweiler ganze Werknachlässe - mit dem Ziel, das Gesamtwerk eines Künstlers für die Forschung und für Ausstellungen zur Verfügung zu halten. Das Museum Kurhaus Kleve schließlich hütet in seiner Ewald Matare-Sammlung den Nachlass eines der bedeutendsten Künstler des Rheinlands und nimmt ihn zum Ausgangspunkt für seine Kollektion moderner Kunst.