18. September 2010, Neue Rhein Zeitung

Alles rund ums Thema Künstlernachlässe

Moyland-Gegner Gerhard Pfennig sollte am 2. Oktober auf dem Podium im Kurhaus sitzen. Gestern hat er abgesagt

GabyBoch
Kleve. Sind Künstlernachlässe Segen oder Fluch? Eine interessante Frage. Und auf die wollen Experten am Samstag, 2. Oktober, 14 bis 18 Uhr, im Museum Kurhaus Antworten geben. Einer von ihnen ließ aufhorchen: Dr. Gerhard Pfennig. Diesmal als Vertreter der Stiftung Kunstfonds angekündigt. Pikant daran: Gerhard Pfennig ist Geschäftsführer der VG Bild-Kunst. Und vertritt als Rechtsanwalt Witwe Eva Beuys in dem Rechtsstreit gegen die Stiftung Museum Schloss Moyland. Der könnte wiederum am 29. September - wie mehrfach berichtet - seinen Höhepunkt erreichen. Und zwar dann, wenn das Düsseldorfer Landgericht der Beuys-Witwe in punkto Urheberrecht an den Fotos eines Beuys-Happenings im ZDF in den 60er Jahren recht gibt. Das zumindest befürchtet Dr. Bettina Paust. Künstlerische Direktorin des Museums Schloss Moyland.

Sie jedenfalls interessiert sich für Veranstaltung im Kurhaus. Und hat sich längst dafür angemeldet. Nicht nur - aber auch, weil ihr „Widersacher Gerhard Pfennig auf den Podium sitzen sollte. „Das ist ein hochinteressantes Thema für jedes Museum, das mit einem Nachlass arbeitet" betont Bettina Paust.

Ein Problem mit der Anwesenheit von Gerhard Pfennig den sie persönlich kennt, hat sie nicht, weil sie die Veranstaltung grundsätzlich interessiert. Begegnen wird sie ihn am 2. Oktober trotzdem nich. Denn Gerhard Pfennig hat seine Teilnahme gestern wegen anderweitiger Termine abgesagt, so Dr. Roland Mönig, kommissarischer Leiter des Museums Kurhaus. Für ihn kein Problem, da Pfennig von einem anderen Mitglied der Stiftung Kunstfonds vertreten und es bei dem Termin bleiben wird. Außerdem gehe es bei der Veranstaltung um Kernfragen, nicht um ein Politikum: „Was fange ich mit dem Nachlass an? Diese Frage wird uns oft von Erben gestellt. Und wir können, wie andere Museen, nicht alles nehmen." Dafür gebe es beispielsweise die Stiftung Kunstfonds und das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe. Und die stellen sich und ihre Arbeit am 2. Oktober im Museum Kurhaus vor.