13. Oktober 2011, Neue Rhein Zeitung

„Diese Stimmung, dieses Licht"

Gabriele Schneiders schenkte dem Museum Kurshaus elf Niederrheinbilder ihres Vaters

ANDREAS GEBBINK

Kleve. „Die Papiertonne ist unser größter Feind." Nur allzu oft erlebt Daniel Schütz, dass zahlreiche Briefe, Kritzeleien und Zeichnungen namhafter Künstler unachtsam in den Müll wandern. Dabei hätte Daniel Schütz, Leiter des Rheinischen Archivs für Künstlernachlässe, durchaus Verwendung für die Hinterlassenschaften rheinischer Künstler. Denn: „Nicht nur das künstlerische Werk ist von Interesse, sondern auch der soziale Kontext ist wichtig. Denn Kunst ist immer ein Spiegel der Realität."

Gestern präsentierte Schütz, gemeinsam mit der Düsseldorfer Professorin Gertrude Cepl-Kaufmann, die neueste Publikation des Archivs im Museum Kurhaus. Anlass war eine Fachtagung vor einem Jahr im Kurhaus, aus der die zweite Edition der Schrift „anno RAK" entstanden ist. Dr. Roland Mönig, kommissarischer Leiter des Kurhauses, leitete ein: „Die Frage ist, wie bewahren wir unser kulturelles Erbe. Es geht viel verloren, aber es gibt auch ein großes Überangebot."

Von links: Albert Schneiders, Daniel Schütz, Gabriele Schneiders (Tochter des Künstlers), Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann und Dr. Roland Mönig.

 

Diese Stimmung, dieses Licht

Die Arbeiten des Aachener Künstlers Carl Schneiders (1905-1975) sind es allemal Wert in einem Archiv aufbewahrt zu werden. Der Maler studierte am Bauhaus in Weimar und war Schüler von Klee und Kandinsky. Seine Tochter, Gabriele Schneiders, schenkte gestern dem Museum Kurhaus elf Temperablätter von Griehterort bei Rees. Die Werke entstanden vor ziemlich genau 60 Jahren und zeigen unter anderem niederrheinische Landschaftsszenen: „Mein Vater liebte den Niederrhein sehr. Diese Stimmung, dieses Licht ", sagte Gabriele Schneiders, die sich freute, dem Museum die Bilder übergeben zu können.

In den 30er Jahre habe sich ihr Vater längere Zeit am Niederrhein aufgehalten und er sei ein guter Freund und Malerkollege des Kalkarer Künstlers Hermann Teuber gewesen. Schneider hinterließ dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe zwei Regalmeter an Briefen, Fotografien, Porträtfotos und Werkdokumentationen.