16. November 2016, Bonner General-Anzeiger

Wandmosaik in vier Monaten restauriert

Überarbeitetes Kunstwerk von Herm Dienz an der Till-Eulenspiegel-Schule zeigt abstraktes Siebengebirge

BONN. Das Wandmosaik am Gebäude der Till-Eulenspiegel-Schule in der Kessenicher Renoisstraße zeigt sich wieder so farbenfroh und facettenreich wie vor fast 60 Jahren. Das 1959 von dem deutschen Maler und Grafiker Ernst Hermann „Herm". Dienz (1891-1980) erschaffene Kunstwerk war so in die Jahre gekommen, dass es restauriert werden musste, teilte am Dienstag das Presseamt der Stadt Bonn mit.

Ein Fachunternehmen aus Bad Sassendorf habe die aufwendige Sanierung im Auftrag des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) ausgeführt, so das Presseamt weiter. Die umfängliche Maßnahme mit einem Kostenvolumen von rund 27 000 Euro startete Anfang Juli und dauerte etwa vier Monate.

Herm Dienz hatte Ende der 50er Jahre auf einer Fläche von knapp 30 Quadratmetern zahlreiche Glas fliesen in ein Mörtelbett verlegt und so ein weithin sichtbares Kunstwerk gefertigt, das in abstrakter Weise den Blick auf das Siebengebirge mit dem wellenförmig vorgelagerten Rhein darstellt. Bei diesen Glasfliesen handele es sich um sogenannte Smalten, ein klassisches Mosaikmaterial, welches bereits seit Jahrhunderten zum Einsatz komme, so das Presseamt. Smalten würden in „Kuchen" mit zehn Millimeter Stärke hergestellt, aus denen anschließend von Hand einzelne Steine geschlagen werden.

Wandmosaik an der Till-Eulenspiegel-Schule

Jetzt sind wieder alle Mosaiksteine am Kunstwerk von Herm Dienz gereinigt und vollzählig.
Foto: Stadt Bonn/SGB

Mit den Jahren war der Mörtel des Wandmosaiks allerdings porös geworden. In der Folge lockerten sich die Fliesen, gingen zu Bruch oder verschwanden. Zur möglichst originalen Wiederherstellung des Kunstwerks musste darum das Mörtelbeet etwa 960 Mal aufgebohrt werden, um Fugen und Hohlräume mit Bindeharzen zu unterspritzen und lose Mosaikteile zu sichern.

Rund 370 Mosaikteile in insgesamt 16 verschiedenen Farben mussten ersetzt, also neu hergestellt, und anschließend an Originalstellen angebracht werden. Zudem mussten Graffiti entfernt und laienhafte Reparaturen korrigiert werden. Unterstützt und begleitet wurde die Restaurierung von der Stiftung Rheinisches Archiv für Künstlernachlässe in Bonn, das den Nachlass von Herm Dienz verwahrt. Vorstandsvorsitzender und Archivleiter Daniel Schütz stellte zwei Fotos aus diesem Nachlass als Quellenmaterial zur Verfügung, um so eine gelungene Sanierung sicherzustellen. ga